Abgeschlossene Projekte

Grundlagenforschung

In dieser Rubrik findest du Projekte, die sich mit Definitionen und Theorien zu Respekt auseinandersetzen.

Projekte

Da das generelle Interesse an empirischer „Respekt“-Forschung zunimmt, zur gleichen Zeit jedoch der Begriff und seine semantischen Nachbarn recht unscharf gebraucht werden, stellen wir in diesem Beitrag einen konzeptionellen Rahmen zur Differenzierung vor. Dieser bedient sich existierender philosophischer Ansätze wie auch der empirisch arbeitenden Psychologie. Es wird herausgestellt, das Respekt, Akzeptanz und Toleranz objektbezogene Einstellungen eines Subjektes sind, welche sich jedoch nicht auf einer Dimension anordnen lassen. Auch wird vorgeschlagen, dass die Forschung zumindest zwischen zwei Arten des Respekts differenzieren sollte. Während bewertender Respekt (engl. appraisal respect), Akzeptanz und Toleranz die Entscheidung eines Subjektes über Fragen, die das Objekt betreffen (Einfluss, Mitgliedschaft und Präsenz), widerspiegeln, handelt es sich bei anerkennendem Respekt (engl. recognition respect) um einen übergreifenden Prozessmodus, d.h., eine generelle Einstellung wie ein Subjekt Objekten begegnet.

PDF

Wirtschaft

In dieser Rubrik findest du Projekte, die sich mit Respekt in wirtschaftlichen Kontexten, insbesondere mit der Erforschung respektvoller Führung beschäftigen.

Projekte

Der kognitionspsychologisch geprägte Ansatz der Führungskraft-Kategorisierung geht davon aus, dass Mitarbeiter umso positiver auf ihre Führungskräfte reagieren, je stärker diese ihren impliziten Vorstellungen über Führung (Führungsprototypen) entsprechen – also eine hohe Passung mit diesen aufweisen. Da Führungsprototypen stark kulturgeprägt sind, erscheinen die vorhandenen, vorwiegend aus dem englischsprachigen Raum stammenden Instrumente für Forschung im deutschsprachigen Raum jedoch wenig geeignet. Im vorliegenden Beitrag werden deshalb zwei neu entwickelte Maße vorgestellt. Zum einen wurde der deutsche GLOBE- Datensatz in Hinblick auf zentrale Führungsattribute in Deutschland reanalysiert, um eine Erhebung der Passung mit einem sozial geteilten Führungsprototyp möglich zu machen. Zum anderen wurde ein piktorales Maß zur Erhebung der Passung mit einem idiosynkratischen Führungsprototyp entwickelt. Während der Vorteil des ersten Instruments die inhaltliche Auswertbarkeit des Passungsprofils ist, liegt der Vorteil des piktoralen Instrumentes in seiner hohen Effizienz und Kulturunabhängigkeit. Auch wenn eine erste Untersuchung in einem Unternehmen (N = 104) die konvergente und Kriteriumsvaliditt beider Instrumente bestätigt, so schränkt das Studiendesign (Querschnitt mit Common Source Data) eine Einschätzung der psychometrischen Qualität beider Instrumente ein. Notwendig erscheinende Folgestudien werden daher abschließend beschrieben.

PDF

All leaders highly depend upon people who follow them. Without followership there is no such thing as leadership. How and which kind of followership can be won, however, varies considerably depending upon the approach leaders employ. A leadership which rests upon positional powers, such as reward and coercive power, might, for instance, be effective in the short run, but it is often not very sustainable. In such cases, people follow only within the prescribed boundaries and only when control mechanisms are in effect. In contrast, in the present book, the author presents a concept of „respected leaders“. Here, respected leaders are conceptualized as individuals whom other people like to follow. People are open to their leadership because they see such individuals personally legitimized to be in a position of leadership.
Due to the novelty of the topic, the purpose of this book is more manifold than just providing an account on who will be respected as a leader. The chapters subsequently explore: What respect is, how important employees consider different facets of respect at work, which kind of leaders employees respect, and what that has to do with employees‘ self-concepts (as potential leaders).

Reference: Van Quaquebeke, N. (2008). Respect & leadership: A psychological perspective. Berlin: Wissenschaftlicher Verlag Berlin.

All leaders highly depend upon people who follow them. Without followership there is no such thing as leadership. How and which kind of followership can be won, however, varies considerably depending upon the approach leaders employ. A leadership which rests upon positional powers, such as reward and coercive power, might, for instance, be effective in the short run, but it is often not very sustainable. In such cases, people follow only within the prescribed boundaries and only when control mechanisms are in effect. In contrast, in the present book, the author presents a concept of „respected leaders“. Here, respected leaders are conceptualized as individuals whom other people like to follow. People are open to their leadership because they see such individuals personally legitimized to be in a position of leadership.
Due to the novelty of the topic, the purpose of this book is more manifold than just providing an account on who will be respected as a leader. The chapters subsequently explore: What respect is, how important employees consider different facets of respect at work, which kind of leaders employees respect, and what that has to do with employees‘ self-concepts (as potential leaders).

Reference: Van Quaquebeke, N. (2008). Respect & leadership: A psychological perspective. Berlin: Wissenschaftlicher Verlag Berlin.

Untergebene erfolgreich zu beeinflussen, ist eine der zentralen Funktionen von Führung. Daher ist es für die Führungsforschung wie auch für Praktizierende in Organisationen interessant zu verstehen, wann Untergebene ihre Führungskräfte respektieren in dem Sinne, dass sie sich freiwillig und gerne gegenüber deren Einfluss öffnen. Die Forschung zu Führungskraftkategorisierung zeigt, dass die Einflussoffenheit von Untergebenen umso größer ist, je stärker Führungskräfte in der Wahrnehmung der Untergebenen deren idealen Führungsprototypen entsprechen. Dieser Befund wird in der vorliegenden Arbeit mit identitätstheoretischen Konzepten der Führungsforschung in Verbindung gebracht, die davon ausgehen, dass Identifikationsprozessen eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Einflussoffenheit zukommt. In zwei Feldstudien (N1 = 496 und N2 = 700) können wir zeigen, dass der Zusammenhang von Führungskraftkategorisierung und der Offenheit von Untergebenen für Führungseinfluss partiell durch die Identifikation der Untergebenen mit ihren Führungskräften mediiert wird. Die Implikationen dieses Mediationsmodells für Theorie und betriebliche Praxis werden abschließend diskutiert.

PDF

Organisationale Werteforschung zeigt, dass Respekt einen der wichtigsten Arbeitswerte von Mitarbeitern darstellt. Für Führungskräfte in Unternehmen bietet die bisherige Forschung jedoch keine Anhaltspunkte dafür, welche konkreten Verhaltensweisen und Merkmale von Führungskräften dazu führen, dass sich deren Mitarbeiter respektiert fühlen. In der vorliegenden Arbeit wurde auf der Basis einer qualitativen Inhaltsanalyse zur Wahrnehmung respektvoller Führung (Studie 1: N1 = 426) ein umfassendes Handlungsinventar respektvollen Führungsverhaltens erstellt. Darauf aufbauend wurde ein ökonomisches Messinstrument respektvoller Führung in Organisationen entwickelt (Studie 2: N2 = 228) und in seinen Auswirkungen auf die Offenheit von Mitarbeitern für Führungseinfluss und deren Erleben von Selbstbestimmung untersucht (Studie 3: N3 = 412). Es wird argumentiert, dass Offenheit für Führung und Selbstbestimmungserleben gerade bei der erfolgreichen Gestaltung von Veränderungsprozessen in Unternehmen ein entscheidender Erfolgsfaktor ist.

PDF

Gesellschaftspolitik

In dieser Rubrik findest du Projekte, die sich mit gesellschaftspolitischen Auswirkungen von Respekt beschäftigen.

Projekte

In dieser Arbeit entwickelt der Autor eine Definition des Begriffes Respekt und grenzt ihn von anderen Begriffen, wie etwa Achtung, ab. Der Diskussion des eigenen Begriffes und dem Abgleich mit Definitionen anderer Autoren folgt der Versuch, Respekt in politikwissenschaftlichen Zusammenhängen einzuführen. Hierzu fragt der Autor nach Respekt in Beziehungen zwischen Akteuren, Adressaten und Institutionen in institutionellen Arrangements. Die wechselnden Objekte des Respekts führen zu verschiedenen Feldern der Politikwissenschaft: Dem Für und Wider liberaler Demokratieansätze, dem tragenden Fundament von politischen Institutionen und ebenso dem Einfluss von politischen Akteuren. Dabei zeigt der Autor, was der eingeführte Respektbegriff in bestehenden Diskussionen leisten kann und wo er beschränkt ist. Der Autor weist auf Überschneidungen zu sozialpsychologischen Untersuchungen hin und versucht sie für die Politikwissenschaft fruchtbar zu machen.

PDF

Erziehung & Bildung

In dieser Rubrik findest du Projekte, die sich mit Respekt in Erziehungs- und Bildungskontexten beschäftigen.

Projekte

Hintergrund: Aufgrund gehäufter Beschwerden über ausfallende Schulstunden wurde in Hessen ein Konzept gegen kurzfristigen Stundenausfall entwickelt: Mit der »Unterrichtsgarantie Plus – für eine verlässliche Schule« werden Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 10 seit dem Schuljahr 2006/2007 in den ersten sechs Schulstunden nicht mehr vorzeitig nach Hause geschickt. Ziel ist es, den kurzfristigen Unterrichtsausfall auf Null zu reduzieren. Die dafür eingesetzten Vertretungskräfte werden von den Schulleitungen, die über ein eigenes Budget zur Bezahlung der Aushilfskräfte verfügen, selbständig ausgewählt und müssen fachlich und pädagogisch qualifiziert sein. In der Praxis werden bislang vorrangig Lehramtsstudierende als Vertretungskräfte eingesetzt.

Problembereich: Aus zahlreichen Klagen von Schülern und Eltern über mangelnde Qualifikationen und Qualitäten der eingesetzten Vertretungskräfte, die auch in den Medien ein großes Echo fanden, speist sich das zentrale Thema der Arbeit: Bemängelt wird seitens der Eltern wie auch der Schüler, dass gerade junge Lehramtsstudierende nicht in der Lage seien, sich Respekt zu verschaffen. Viele Vertretungskräfte beklagen sich wiederum darüber, dass sich die Schüler ihnen gegenüber respektlos verhalten würden. Im Kern geht es also um den Respekt in der Schüler-Lehrer-Beziehung und darum, wie dieser entsteht oder warum er versagt wird und welche Faktoren und besonderen Umstände hierbei eine Rolle spielen könnten. Die Unterrichtsgarantie Plus bietet sich hierfür in besonderem Maße aus zweierlei Gründen an: Zum einen ist diese ein sehr junges Phänomen, zu dem bislang kaum umfangreiche Untersuchungen vorliegen. Zum anderen folgt aus ihrer Konzeption, dass die Vertretungskräfte ständig in anderen Klassen eingesetzt werden und die jeweilige Schüler-Lehrer-Beziehung somit stets neu aufgebaut werden muss. Diese Situationen bieten einen idealen Anknüpfungspunkt für die Untersuchung der Entwicklung von Respekt.

Zielsetzung: Worin mag dieser auf Schüler- wie Lehrerseite geäußerte Mangel an Respekt begründet liegen? Die besondere Beschaffenheit einer Vertretungsstunde, noch dazu gehalten von einer in der Ausbildung befindlichen externen Lehrkraft, diente bei der Beantwortung dieser Frage als Ausgangspunkt: Die Beschaffenheit der Unterrichtsgarantie Plus bringt es mit sich, dass die Vertretungskräfte regelmäßig in neuen Klassen eingesetzt werden und sich den Respekt, vereinfacht gesagt, erst verdienen müssen. Diese Erstkontakte von Schülern und Lehrern lassen sich als Schlüsselsituation bei der Ausprägung von Respekt in der Schüler-Lehrer-Beziehung ansehen und wurden im Hinblick auf die Ausbildung oder Verweigerung von Respekt genauer analysiert und auf mögliche Ursachen untersucht . Da neben Lehramtsstudierenden im Rahmen der Unterrichtsgarantie Plus auch vermehrt Referendare oder gar gestandene Lehrkräfte über mangelnden Respekt klagen, zielte die Arbeit neben der theoretischen Aufarbeitung letztlich auch auf die Entwicklung eines Lösungsansatzes in Gestalt eines praktikablen Handlungsleitfadens, der die aus der Arbeit hervorgegangenen Ergebnisse so umsetzt, dass sich gewisse Leitlinien und Anregungen für die Schulpraxis ergeben, die den respektvollen Umgang zu einem festen und selbstverständlichen Element der Schulkultur werden lassen.

Methode: Zunächst wurde der Begriff Respekt genauer definiert. Dabei wurden neben theoretischen Definitionsansätzen auch Ansichten und Einschätzungen aus der Schulpraxis einbezogen, wobei hierin nicht nur die Lehrer-, sondern auch die Schülerseite zu Wort kam. Im Rahmen der Unterrichtsgarantie Plus wurde auch die Gegenüberstellung von positionalem Respekt, der allein durch das Amt begründet wird, und personalem Respekt, der aufgrund menschlicher Qualitäten gezollt wird, genauer betrachtet: Im Lichte der eingangs genannten Klage über mangelnden Respekt stellte sich also die Frage, ob einer Vertretungskraft der Respekt verwehrt wird, weil sie im Prinzip keine ordentliche Lehrkraft ist oder ob vielmehr auch Faktoren eine Rolle spielen, die mit den menschlichen Eigenschaften der Lehrkraft zusammenhängen.
Daran schließt sich die Darstellung und Analyse einiger Fallbeispiele an. Konkret geht es dabei um die Beobachtung einzelner Unterrichtsstunden im Rahmen der Unterrichtsgarantie Plus. Diese wurden, wie bereits genannt, hinsichtlich der Entstehung oder Versagung von Respekt beleuchtet und auf mögliche Konsequenzen untersucht.
Abschließend wurden die theoretischen Ausführungen mit den aus der Praxis gewonnenen Einsichten verknüpft und der Versuch einer Zusammenführung unternommen, der schließlich in einem Gesamtbild mündet, welches Schülern, studentischen Vertretungskräften sowie auch regulären Lehrkräften Perspektiven für eine fruchtbare und respektvolle (Neu-) Gestaltung ihrer Beziehung anbietet.

Das Projekt wird unterstützt von der Stiftung Select für Zukunftsgestaltung der Deutschen StiftungsTrust und wurde in Kooperation mit der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main durchgeführt.

PDF

In einem Unterricht, der von dem Respekt der Schülerinnen und Schüler gegenüber der oder dem Lehrenden getragen wird, folgen die Schülerinnen und Schüler den Ausführungen und Aufforderungen dieser Lehrperson freiwillig und gerne. Aus verschiedenen Quellen geht hervor, dass für einen solchen erfolgreichen Unterricht die Bereiche der Unterrichtsgestaltung, der Lenkung und der Personenorientierung von zentraler Bedeutung sind (Hargreaves, 1972). Es blieb bisher jedoch offen, welche konkreten Situationen in diesen Bereichen und vor allem welche Handlungen in diesen Situationen dazu führen, dass Schülerinnen und Schüler Respekt vor der handelnden Lehrperson empfinden oder diesen verlieren. In der in diesem Buch beschriebenen qualitativen Studie wurden 869 Schülerinnen und Schüler nach eben diesen Situationen und Lehrerhandlungen gefragt. Der Großteil der befragten Schülerinnen und Schüler besuchte von der fünften bis zur 13. Stufe verschiedene Schulformen, sodass der vorliegenden Betrachtung die unterschiedlichsten Perspektiven zugrunde liegen. Die meist wörtlich wiedergegebenen Schülerberichte bieten Lehrenden die Möglichkeit, das eigene Handeln aus Schülersicht zu reflektieren und weisen so u. a. auf typische Missverständnisse in der Schüler-Lehrer-Beziehung hin. Zu den aus Schülersicht behandelten Themen gehören u. a. gescheiterte und gelungene Lenkung, Mobbing, der Umgang mit Prüfungen und der Notengebung, Beispiele besonders erfolgreicher Unterrichtsformen, verschiedene Formen der selbsterfüllenden Prophezeiung und die Unterstützung der Schülerinnen und Schüler bei Lebenskrisen.

Das Projekt wurde unterstützt von der Stiftung Select für Zukunftsgestaltung als Teil der Deutsche StiftungsTrust.

PDF

Ben SahlmüllerAbgeschlossene Projekte